KRONACHER KUNSTVEREIN e.V.

Bücher 2016

Juli 2016

 

 

„Die Rückeroberung“ von Franz Hohler,

vorgestellt von Andrea Partheymüller-Gerber.

 

Die Erzählungen handeln von der Natur, die die großen Städte zurückerobert.

»Eines Tages, als ich an meinem Schreibtisch saß und zum Fenster hinausschaute, sah ich, dass sich auf der Fernsehantenne des gegenüberliegenden Hauses ein Adler niedergelassen hatte. Ich muss dazu sagen, dass ich in Zürich wohne.« Wenig später finden Passanten auf einem belebten Platz ein mächtiges Hirschgeweih. Tage darauf trabt schon ein ganzes Rudel Hirsche durch die Stadt, und jemand ist sich ganz sicher, einen Wolf gesehen zu haben. Die Natur beginnt eine Stadt zurückzugewinnen und macht aus deren Bewohner staunende Zuschauer. Nicht nur in dieser, auch in den anderen acht Erzählungen dieses Bands bekommt die glatte Oberfläche des Alltags tiefe Risse.

 

 

„Falscher Hase“ von Ruth Reichl,

vorgestellt von Krystyna Hurec-Diaczyszyn.

 

Als Spionin bei den Spitzenköchen dieser Welt ist der Untertitel dieses amüsanten Buches. Das A und O für einen Gastro-Kritiker ist die Anonymität. Was aber, wenn sein Bild in jedem Restaurant der Stadt hängt und der rote Teppich ausgerollt wird, sobald der Kritiker auf der Test-Bildfläche erscheint? Food-Journalistin Ruth Reichl schlüpft dann in eine andere Rolle, um unerkannt bedient zu werden. Sie verkleidet sich als neureiches Provinz-Ei und wird daher in den nobelsten Restaurants missachtet, in denen sie zuvor als bekannte Testerin der New York Times verhätschelt wurde. Doch jede Tarnung fliegt irgendwann einmal auf, und dann muss schnellstens eine neue Maske her. Bizarr allerdings wird es, wenn Ruth Reichl ihre eigene Mutter spielt: Plötzlich verschwimmen Schein und Sein auf höchst vergnügliche, irritierende und erhellende Weise.

 

 

 

September 2016

 

 

„Die Legende von Centopia“von Gerhard Hahn,

vorgestellt von Silke und Alexandra Wolf-Mertensmeyer.

 

Das üppig mit Ornamenten und Elementen des Jugendstils versehene Bilderbuch ist das Lieblingsbuch der 6-jährigen Alexandra. Dem Buch vorausgegangen war die Filmserie „Mia and me“. Die 12-jährige Mia, elternlos in einem Internat lebend, gelangt mittels eines Codewortes in eine Phantasiewelt mit Elfen, Einhörnern und Feen; sie hilft erfolgreich mit im Kampf gegen Gut gegen Böse.

Die Geschichte vermittelt den Lesern in Wort und Bild die Wichtigkeit von Werten wie Freundschaft, Solidarität, Hilfsbereitschaft, Liebe und Vertrauen. Der Egmont-Verlag, der das Buch editierte, setzt sich in seiner Foundation zum Ziel, die sozialen und wirtschaftlichen Umstände von Kindern in der Welt zu verbessern.

 

 

„Die Würde ist antastbar“ von Ferdinand von Schirach,

vorgestellt von Angela E. Degen-Madaus. 

 

Das Buch ist eine Sammlung von Essays von Ferdinand von Schirach, dem Enkel des nationalsozialistischen Reichsjugendführers Baldur von Schirach. Der Autor, der als Rechtsanwalt in Berlin lebt und arbeitet, stellt in seinen Essays Gedanken über Gut und Böse, die ethischen und moralischen Fragestellungen in unserer Gesellschaft wie z.B. „Schuld ist das, was einem Menschen persönlich vorgeworfen werden kann“ oder „Oft ist es nur Zufall, der den Einzelnen zum Täter oder Opfer macht“, vor.

Seine Stories und Romane wurden Welterfolge, verfilmt und mit mehreren Literaturpreisen, auch internationalen, ausgezeichnet.

Der Essay über seinen Großvater „Du bist, wer du bist“ wurde dem interessierten Zuhörerkreis vorgelesen wie auch die Betrachtung „Reine Menschen - reine Luft“.

 

 

Oktober 2016

 

 

„Halbschatten“ von Uwe Timm,

vorgestellt von Alexander Süß.

 

Marga von Etzdorf – eine Fliegerin und ihre Geschichte.

Bei einem ihrer spektakulären Langstreckenflüge lernt die junge Fliegerin Marga von Etzdorf einen deutschen Diplomaten kennen und verbringt eine ungewöhnliche Nacht mit ihm, nah und doch getrennt. Wenig später, im Mai 1933, erschießt sie sich in Aleppo, Syrien. Was ist geschehen?

Uwe Timms Erzähler wandert Jahrzehnte später über den Berliner Invalidenfriedhof, wo Marga von Etzdorfs Grab liegt, aber auch die von Scharnhorst und Heydrich. Er hört die Stimmen der Toten, forscht nach Margas, nach unserer Geschichte.

 

 

„Black Out“ von Marc Elsberg

vorgestellt von Karol J.Hurec.

 

Hochspannung durch Stromausfall! An einem kalten Februartag brechen in Europa alle Stromnetze zusammen. Der totale Blackout. Der italienische Informatiker Piero Manzano vermutet einen Hackerangriff und versucht, die Behörden zu warnen – erfolglos. Als Europol-Kommissar Bollard ihm endlich zuhört, tauchen in Manzanos Computer dubiose Emails auf, die den Verdacht auf ihn selbst lenken. Er ist ins Visier eines Gegners geraten, der ebenso raffiniert wie gnadenlos ist. Unterdessen liegt ganz Europa im Dunkeln, und der Kampf ums Überleben beginnt …

 

 

November 2016

 

 

„Draußen nur Kännchen“ von Dr. Asfa-Wossen Asserate,

vorgestellt von Jan Wolf.

 

„Draußen nur Kännchen - meine deutschen Fundstücke“ ist der vollständige Titel des Buches des Prinzen des äthiopischen Kaiserhauses. 1948 in Addis Abbeba geboren, bestand er an der Deutschen Schule als einer der ersten Äthiopier das Abitur. Er studierte Geschichte und Jura in Tübingen und Cambridge und promovierte in Frankfurt am Main. Die Revolution in Äthiopien verhinderte die Rückkehr in seine Heimat. Er blieb in Deutschland und ist heute als Unternehmerberater für Afrika und den Mittleren Osten und als politischer Analyst tätig. „Draußen nur Kännchen“ gibt einen bestens gelungenen Einblick in typisch deutsche Angewohnheiten und Gepflogenheiten mit Witz, Charme, Bildung und in einer wunderbaren Sprache geschrieben.

 

 

 

„Die Frau, die Männer mochte“ von Petra Hammesfahr,

vorgestellt von Krystyna Hurec-Diaczyszyn.

 

Der erste Roman der Autorin ist nach 25 Jahren, um 100 Seiten erweitert, in neuer Auflage erschienen. Ihre Spannungsromane erobern die Bestsellerlisten, werden mit Preisen ausgezeichnet und erfolgreich verfilmt. Die Frau in ihrem Roman, die Männern Liebe, Zuwendung, Treue und Freundschaft gab, wurde dennoch so gehasst, dass sie umgebracht wurde. Der mit der Untersuchung des Todes beauftragte Kriminalhaupt-kommissar wird im Verlauf seiner Nachforschungen in einen Abgrund hineingezogen, verliert allmählich die Objektivität des Ermittlers und erkennt zu spät die Gefahr für sich selbst.