KRONACHER KUNSTVEREIN e.V.

Bücher 2018

Termine 2018

jeweils sonntags 11.00-12.30Uhr

21.01.2018
18.02.
18.03. entfallen,
15.04. 
13.05.
17.06.  entfällt 
15.07.
19.08.
16.09.
14.10.
11.11.
09.12.

 
 



Februar  2018

Autorenlesung
Perter Engerisser


 

Quest im Kronacher Kunstverein


Der 1. Vorsitzende des Kronacher Kunstvereins Karol J.Hurec konnte zur 15. Literarischen Matinée auch dieses Mal wieder eine große Zahl interessierter Zuhörer begrüßen. Krystyna Hurec-Diaczyszyn, die Organisatorin dieser Lesungen, stellte mit ihren einführenden Worten den
Kronacher Schriftsteller Peter Engerisser vor.

Unter dem Pseudonym Jan Peter Andres veröffentlichte er letztes Jahr die „Schwertläufer“-Trilogie mit den beiden 1600 Seiten umfassenden Büchern „Die Reise nach Arangion“, „Die Schlüssel von Ormor“ und „Das Zepter Aranurs“.


 

Hintergründe


Das Interesse an Personen und Einzelschicksalen im Gegensatz zum Sammeln biografischer Daten bei seinen historischen, wissenschaftlich gehaltenen Büchern steht bei Peter Engerisser im Vordergrund für das Schreiben seiner umfassenden Romane. 

Umfangreiche, über Jahre dauernde Recherche, tägliche Schreibarbeit, Verfassen eines Road-Map zum besseren Verständnis der Wegstrecken, genaueste Überlegungen zu den jeweiligen Mondphasen oder Transportmittel - dies alles waren u.a. die notwendigen Vorarbeiten, die der Autor von der Idee (2010) bis zum Erscheinen des Fantasyromans (2017) erbringen musste. „In Fantasy ist alles anders, was explizit anders beschrieben wird“, erläuterte Peter Engerisser das Genre des Romans und ergänzte, dass der Roman eine Mischung aus Fantasysaga und Herr der Ringe sei.


 

Suche nach neuen Lebensräumen


Die Grundidee der Trilogie ist ein Vulkanausbruch, der zu einer Klimaveränderung, einer kleinen Eiszeit, führt. Die Folge sind Verschiebungen im gesellschaftlich-sozialen Bereich; eine Flucht aus den unwirtlich gewordenen Landstrichen setzt ein. Die Suche nach neuen Lebensräumen verläuft teils friedlich, ist aber auch mit Konflikten und Gewalt verbunden. Fünf Protagonisten machen sich auf eine abenteuerliche Suche nach zwei Artefakten mit dem Ziel, den Vulkan wieder unter Kontrolle zu bekommen. 


 

Die heißen Quellen von Oridor


Peter Engerisser las aus dem Kapitel „Die heißen Quellen von Oridor“ vor. Nachdem die Vorräte der Protagonisten und ihrer begleitenden Tiere aufgebraucht waren, half für das weitere Überleben nur noch der Bau eines Floßes und die Weiterfahrt auf einem Fluss. Das Wissen um den Bau von Flößen nach fränkischen Vorbild ließ der Autor an dieser Stelle geschickt einfließen.

Die Vorstellung der Bücher und der Arbeit des Autors erweckte am Ende bei den Anwesenden  die Lust und Neugierde auf das Lesen dieser Fantasysaga.

 


Januar 2018
Autorenlesung  Iris Fleischhauer 

„Licht Blick“ 

Zur 14. Literarischen Matinée in der Galerie des Kronacher Kunstvereins konnte der 1.Vorsitzende Karol J. Hurec eine erfreulich große Anzahl interessierter Zuhörer zu einer Autorenlesung begrüßen.

 

Krystyna Hurec-Diaczyszyn stellte die in Weimar geborene und aufgewachsene, jetzt in Schalkau lebende Autorin Iris Fleischhauer vor. Nach 24-jähriger Lehrertätigkeit an der Rudolf-Steiner-Schule in Coburg ist sie jetzt frei schaffende Schriftstellerin, schreibt Bücher und veröffentlicht Kurzgeschichten und Artikel in Zeitschriften. Für Kronach brachte sie die beiden Bücher „Licht Blick“ und „So ist das Leben“ mit. Es traf sich an diesem Sonntag ausgezeichnet, dass am Wochenende das beeindruckende Schauspiel über Hildegard von Bingen auf der Bühne des Kreiskulturraumes präsentiert wurde.

 

Iris Fleischhauer berichtete über ihre Recherchen zu Jutta von Sponheim der sie eine Geschichte im Buch “Licht Blick” widmet.

Magistra Jutta, Meisterin Jutta, Jutta von Sponheim, war die verehrte Lehrerin der Hildegard von Bingen. Auch sie eine der Frauen in dem Buch, deren Leben in die Zeit des Mittelalters einzuordnen ist und deren innere Stärke die Autorin zum Schreiben angeregt hatte. Iris Fleischhauer ist es wichtig, bei den aus historischer Sicht korrekten Recherchen auf den Spuren dieser von der Kirche selig oder heilig gesprochenen Frauen, deren Wirkstätten persönlich aufzusuchen. Auch wenn es sich dabei nur noch um Ruinen ehemaliger Klöster handelt. An diesen Schauplätzen versucht sie, dem wahren Leben der Frauen auf die Spur zu kommen. Wo Fakten nur lückenhaft vorhanden sind, lässt sie ihre Fantasie spielen und erfindet fiktive Begegnungen, die jedoch immer einen historisch exakten Hintergrund haben.

Die Frage „Was machen Menschen aus ihrem teils schwierigen Schicksal?“ zu beantworten ist für Iris Fleischhauer von größerer Bedeutung als das Aneinanderreihen biografischer Daten. So ist das Buch „Licht Blick“ nicht ein Sachbuch über starke Frauengestalten und deren spirituelles Handeln im Mittelalter, sondern der Versuch, Tatsachen, die in eine fiktive Geschichte einfließen, wahr sein zu lassen.

Die Todesnacht vom 22.12.1236, in der Jutta von Sponheim verstarb, wurde in einem Brief beschrieben, dessen Lektüre Anregung zu der Erzählung war. Viele Fragen wurden von den beeindruckten Zuhörern der Autorin zu ihrer schriftstellerischen Arbeit gestellt und von ihr sowohl kompetent als auch einfühlsam beantwortet. Im Gespräch kristallisierte sich eine Gemeinsamkeit der beschriebenen Frauen heraus: Sie verbrachten ihre Lebenszeit mit der Arbeit an den Menschen und der Natur; ihr spirituelles Handeln folgte dem Impuls und nicht der Hl. Schrift; sie leuchteten von innen heraus.

Ein Zeitsprung. Das Gedicht „In memoriam“ aus dem Band „So ist das Leben“ erzählt von der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg, als Menschen in dem ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald, das nach Kriegsende als sowjetisches Erziehungslager weiter fungierte, spurlos verschwanden.

Auf die Frage nach künftigen Erzählprojekten verwies Iris Fleischhauer auf das in diesem Jahr erscheinende Buch über eine Wanderung entlang der Ilm, das u.a. geografische Gegebenheiten und fiktive Begegnungen enthalten wird.

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